Didaktik der Mathematik: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Mathematikdidaktik beschäftigt sich mit dem Lernen und Lehren von Mathematik in allen Altersstufen. Sie sucht Antworten auf Fragen der Art:  
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Die [[Didaktik]] der Mathematik (kurz auch „Mathematikdidaktik“) beschäftigt sich mit dem Lernen und Lehren von Mathematik in allen Altersstufen. Sie sucht Antworten auf Fragen der Art:  
* Was könnten, was sollten Schüler im Mathematikunterricht lernen?
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* Was könnten, was sollten Schüler(innen) im Mathematikunterricht lernen?
 
* Wie könnte oder sollte ein bestimmter mathematischer Inhalt gelehrt, eine bestimmte mathematische Fähigkeit vermittelt werden?
 
* Wie könnte oder sollte ein bestimmter mathematischer Inhalt gelehrt, eine bestimmte mathematische Fähigkeit vermittelt werden?
* Welchen Einfluß haben Neigungen und Fähigkeiten von Schülern auf Antworten zu den vorigen Fragen?
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* Welchen Einfluss haben Neigungen und Fähigkeiten von Schüler(inne)n auf Antworten zu den vorigen Fragen?
* Wie können Schüler mehr Freude an mathematischen Tätigkeiten gewinnen?
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* Wie können Schüler(innen) mehr Freude an mathematischen Tätigkeiten gewinnen?
* Sollen alle Schüler allgemeinbildender Schulen in allen Schulstufen Mathematik lernen?  
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* Sollen alle Schüler(innen) allgemeinbildender Schulen in allen Schulstufen Mathematik lernen?  
 
* Welche Bedeutung kommt der Mathematik in berufsbildenden Schulen zu? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen diesen Problemen?  
 
* Welche Bedeutung kommt der Mathematik in berufsbildenden Schulen zu? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen diesen Problemen?  
  
 
Die Didaktik der Mathematik versucht, Antworten auf diese Fragestellungen zu finden, indem sie  
 
Die Didaktik der Mathematik versucht, Antworten auf diese Fragestellungen zu finden, indem sie  
* Inhalte und spezielle Lernziele im Rahmen allgemeiner Zielsetzungen des Mathematikunterrichts hinterfragt bzw. rechtfertigt;  
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* Inhalte und spezielle Unterrichtsziele im Rahmen allgemeiner Zielsetzungen des Mathematikunterrichts hinterfragt bzw. rechtfertigt;  
 
* Lernvoraussetzungen und Lehr-Lern-Prozesse erforscht sowie geeignete empirische Methoden und theoretische Konzepte entwickelt;  
 
* Lernvoraussetzungen und Lehr-Lern-Prozesse erforscht sowie geeignete empirische Methoden und theoretische Konzepte entwickelt;  
 
* mathematische Inhalte aufbereitet, mit dem Ziel, sie bestimmten Lernergruppen zugänglich zu machen.  
 
* mathematische Inhalte aufbereitet, mit dem Ziel, sie bestimmten Lernergruppen zugänglich zu machen.  
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* analysiert allgemeine mathematische Tätigkeiten und erstellt Konzepte, um entsprechende Fähigkeiten (z. B. Mathematisieren, Problemlösen, Beweisen) zu fördern;  
 
* analysiert allgemeine mathematische Tätigkeiten und erstellt Konzepte, um entsprechende Fähigkeiten (z. B. Mathematisieren, Problemlösen, Beweisen) zu fördern;  
 
* entwickelt methodische Instrumentarien und substanzielle Unterrichtseinheiten und erforscht deren praktische Umsetzbarkeit, insbesondere im Hinblick auf die Qualität der induzierten Lernprozesse;  
 
* entwickelt methodische Instrumentarien und substanzielle Unterrichtseinheiten und erforscht deren praktische Umsetzbarkeit, insbesondere im Hinblick auf die Qualität der induzierten Lernprozesse;  
* erforscht den Einsatz neuer Technologien beim Lehren und Lernen von Mathematik;  
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* erforscht den Einsatz [[Neue Medien|Neuer Medien]] beim Lehren und Lernen von Mathematik;  
 
* entwickelt Methoden zur Vorbereitung, Gestaltung, Beobachtung und Analyse des Unterrichts;  
 
* entwickelt Methoden zur Vorbereitung, Gestaltung, Beobachtung und Analyse des Unterrichts;  
 
* entwickelt und evaluiert Lehrpläne;  
 
* entwickelt und evaluiert Lehrpläne;  
 
* entwickelt Konzepte zur Lehrerfortbildung.  
 
* entwickelt Konzepte zur Lehrerfortbildung.  
  
Zentrale Bezugswissenschaft der Mathematikdidaktik ist natürlich die Mathematik. Um ihre Aufgaben zu erfüllen, bedient sich die Mathematikdidaktik aber auch der Ergebnisse und Methoden anderer Geisteswissenschaften, wie etwa der Pädagogik, der Soziologie, der Psychologie oder der Wissenschaftsgeschichte. Der Grundstein für wissenschaftliche Erkenntnisse über das Lehren und Lernen von Mathematik ist die spezifisch mathematikdidaktische Forschung. Aus unterschiedlichen Sichtweisen kann sie ein integratives Bild des Mathematikunterrichts formen und begründen, das dann konstruktiv in die Praxis umgesetzt werden kann.
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Zentrale Bezugswissenschaft der Mathematikdidaktik ist die Mathematik. Sie bedient sich aber auch der Ergebnisse und Methoden anderer Wissenschaften, wie etwa der Pädagogik, der (früher so genannten „allgemeinen“) [[Didaktik]], der Soziologie, der Psychologie oder der Wissenschaftsgeschichte. Der Grundstein für wissenschaftliche Erkenntnisse über das Lehren und Lernen von Mathematik ist die spezifisch mathematikdidaktische Forschung. Aus unterschiedlichen Sichtweisen kann sie ein integratives Bild des Mathematikunterrichts formen und begründen, das dann konstruktiv in die Praxis umgesetzt werden kann.
  
 
[[Kategorie:Enzyklopädie]]
 
[[Kategorie:Enzyklopädie]]

Version vom 5. Juli 2017, 22:51 Uhr

Die Didaktik der Mathematik (kurz auch „Mathematikdidaktik“) beschäftigt sich mit dem Lernen und Lehren von Mathematik in allen Altersstufen. Sie sucht Antworten auf Fragen der Art:

  • Was könnten, was sollten Schüler(innen) im Mathematikunterricht lernen?
  • Wie könnte oder sollte ein bestimmter mathematischer Inhalt gelehrt, eine bestimmte mathematische Fähigkeit vermittelt werden?
  • Welchen Einfluss haben Neigungen und Fähigkeiten von Schüler(inne)n auf Antworten zu den vorigen Fragen?
  • Wie können Schüler(innen) mehr Freude an mathematischen Tätigkeiten gewinnen?
  • Sollen alle Schüler(innen) allgemeinbildender Schulen in allen Schulstufen Mathematik lernen?
  • Welche Bedeutung kommt der Mathematik in berufsbildenden Schulen zu? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen diesen Problemen?

Die Didaktik der Mathematik versucht, Antworten auf diese Fragestellungen zu finden, indem sie

  • Inhalte und spezielle Unterrichtsziele im Rahmen allgemeiner Zielsetzungen des Mathematikunterrichts hinterfragt bzw. rechtfertigt;
  • Lernvoraussetzungen und Lehr-Lern-Prozesse erforscht sowie geeignete empirische Methoden und theoretische Konzepte entwickelt;
  • mathematische Inhalte aufbereitet, mit dem Ziel, sie bestimmten Lernergruppen zugänglich zu machen.

In diesem Rahmen ergeben sich für den Mathematikdidaktiker und die Mathematikdidaktikerin vielfältige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Er/sie

  • analysiert Inhalte auf ihre Bedeutung für Anwendungen;
  • analysiert Inhalte im Hinblick auf die Entwicklung von Vorstellungen und Verständnis;
  • analysiert allgemeine mathematische Tätigkeiten und erstellt Konzepte, um entsprechende Fähigkeiten (z. B. Mathematisieren, Problemlösen, Beweisen) zu fördern;
  • entwickelt methodische Instrumentarien und substanzielle Unterrichtseinheiten und erforscht deren praktische Umsetzbarkeit, insbesondere im Hinblick auf die Qualität der induzierten Lernprozesse;
  • erforscht den Einsatz Neuer Medien beim Lehren und Lernen von Mathematik;
  • entwickelt Methoden zur Vorbereitung, Gestaltung, Beobachtung und Analyse des Unterrichts;
  • entwickelt und evaluiert Lehrpläne;
  • entwickelt Konzepte zur Lehrerfortbildung.

Zentrale Bezugswissenschaft der Mathematikdidaktik ist die Mathematik. Sie bedient sich aber auch der Ergebnisse und Methoden anderer Wissenschaften, wie etwa der Pädagogik, der (früher so genannten „allgemeinen“) Didaktik, der Soziologie, der Psychologie oder der Wissenschaftsgeschichte. Der Grundstein für wissenschaftliche Erkenntnisse über das Lehren und Lernen von Mathematik ist die spezifisch mathematikdidaktische Forschung. Aus unterschiedlichen Sichtweisen kann sie ein integratives Bild des Mathematikunterrichts formen und begründen, das dann konstruktiv in die Praxis umgesetzt werden kann.