Motivationsentwicklung im Mathematikstudium: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 16. Oktober 2018, 08:49 Uhr


Michael Liebendörfer (2017): Motivationsentwicklung im Mathematikstudium. Dissertation, Leibniz Universität Hannover.
Betreut durch Reinhard Hochmuth.
Begutachtet durch Lisa Hefendehl-Hebeker und Angelika Bikner-Ahsbahs.
Erhältlich unter http://link.springer.com/10.1007/978-3-658-22507-0
Note: Summa Cum Laude.
Tag der mündlichen Prüfung: 09.11.2017.


Zusammenfassung

Der Übergang in ein Mathematikstudium wird von vielen Studierenden problematisch erlebt, insbesondere motivational. Nach einer Übersicht über die Besonderheiten der Hochschulmathematik, ihrer Lehre und des Erlebens des Übergangs in ein Mathematikstudium untersucht die Arbeit die Motivationsentwicklung von Mathematikstudierenden (Fach und gymnasiales Lehramt) mithilfe der Interessetheorie und der Selbstbestimmungstheorie der Motivation. In beiden Theorien ist die Befriedigung der psychologischen Grundbedürfnisse nach erlebter Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit zentral.

Die Fragestellungen richten sich auf das Vorkommen von situationalem Interesse und seine Formen, auf die Motivationsregulation und das individuelle Interesse der Studierenden und die Entwicklung dieser beiden motivationalen Konstrukte, sowie auf Formen der Befriedigung und Frustration der psychologischen Grundbedürfnisse. Außerdem wird die Bedürfnisbefriedigung im Kontrast von Fach‐ und Lehramtsstudierenden, im zeitlichen Verlauf und bezüglich möglicher Zusammenhänge zur Motivation untersucht.

In einem längsschnittliche Untersuchungsdesign wurden Studierende der Universität Kassel zu bis zu drei Zeitpunkten ihres ersten Studienjahrs befragt. So entstanden 51 Interviews von 21 Studierenden, die mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse bezüglich des Interesses der Studierenden, ihrer Handlungsregulation und der psychologischen Grundbedürfnisse codiert wurden. Neben einer Einschätzung der Höhe des Interesses und eines Haupttyps der Handlungsregulation wurden vielfältige Formen des Erlebens situationalen Interesses und der Befriedigung und Frustration der psychologischen Grundbedürfnisse rekonstruiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass im frühen Mathematikstudium überwiegend extrinsische Motivation vorherrscht, die sich z. B. über den Druck durch wöchentlich einzureichende Übungsaufgaben erklärt. Im zeitlichen Verlauf deutet sich zumindest bei manchen Studierenden entstehendes Fachinteresse an. Die Kategorien zu den psychologischen Grundbedürfnissen zeigen problematisches Erleben vor allem mit Bezug auf die Bedürfnisse nach Kompetenz und Autonomie. Neben dem wahrgenommenen Druck werden Schwierigkeiten mit dem eigenständigen mathematischen Arbeiten sichtbar. Hier scheinen die Besonderheiten der Hochschulmathematik (Beweisen auf Grundlage von Definitionen, Umgang mit abstrakten Objekten) Erklärungen zu liefern. Daneben gibt es Unterschiede zwischen Fach‐ und Lehramtsstudierenden - letztere haben besondere Schwierigkeiten in den Diskurs der Hochschulmathematik zu kommen und fühlen sich teils auch weniger eingebunden oder Ernst genommen.


Auszeichnungen

Kontext

Die Arbeit entstand im khdm.

Literatur

Michael Liebendörfer (2018). Motivationsentwicklung im Mathematikstudium. Dissertation, Wiesbaden: Springer.

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