ISTRON

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ISTRON: Modellierungen im Schulalltag implementieren!

Modellierungen und Realitätsbezüge sollten im Mathematikunterricht integriert werden, denn sie helfen den Schülerinnen und Schülern, die Bedeutung von Mathematik zu erkennen, Mathematik in ihrem Leben anzuwenden und Problemlösekompetenzen zu entwickeln. Die nationalen Bildungsstandards spiegeln diese Bedeutung wieder, indem sie Kompetenzen im Modellieren als eine von sechs wesentlichen allgemeinen mathematischen Kompetenzen nennen. Auch im Schulalltag finden Modellierungen allmählich Einzug, immer mehr Lehrer bemühen sich darum. Doch diese Implementierung ist nicht leicht für Lehrende, die sich bisher nicht damit beschäftigt haben. Und das ist der Punkt, an dem Istron ansetzt - und dass inzwischen seit fast 20 Jahren.

Seit 1991 gibt es eine deutsch-österreichische ISTRON-Gruppe, die sich eben diesem Ziel widmet. Der Name ISTRON stammt von Gründungsort – einer Bucht auf Kreta - einer internationalen Gruppe, die sich im Jahr 1990 mit dem Ziel konstituiert hat, durch Koordination und Initiierung von Innovationen - insbesondere auch auf europäischer Ebene - zur Verbesserung des Mathematikunterrichts beizutragen. Diese Gruppe, besteht aus acht Mathematikern und Mathematikdidaktikern aus Europa und USA, darunter als deutsches Mitglied Werner Blum aus Kassel.

Die deutschsprachige Sektion von ISTRON veranstaltet jährliche Tagungen und gibt eine Schriftenreihe bestehend aus mittlerweile 18 Bänden mit Materialien für einen realitätsbezogenen Mathematikunterricht heraus, um eben die Lehrenden bei der Implementierung von Modellierungen zu unterstützen. Ziel ist es dabei, sowohl bei den Tagungen als auch in der Schriftreihe Themen zu wählen, die die Lehrer ansprechen. Der Lehrertag der Istron-Tagungen wird jeweils gezielt nach den Bedürfnissen der Lehrer ausgerichtet. Lokale Organisatoren nutzen lokale Netzwerke, um gezielt Lehrende einzuladen.

Die Schriftenreihe der ISTRON-Gruppe ist im Verlag Franzbecker erschienen. Auf der Homepage der ISTRON-Gruppe (www.istron-gruppe.de) gibt es dazu eine Datenbank, in der nach den mittlerweile mehr als 150 Beiträgen für einen realitätsbezogenen Mathematikunterricht aus den ISTRON-Bänden nach Autor, Band oder Stichwort gesucht werden kann – eine einfache Recherchemöglichkeit für Lehrer, die häufig ganz gezielt nach bestimmten Themen suchen. Weiterhin enthält die Homepage auch Informationen zu den Tagungen der Gruppe.

Die Sprecher der Istron-Gruppe sind zurzeit Hans-Stefan Siller und Gilbert Greefrath.

Arbeitskreis ISTRON am 8. März 2018 bei der gemeinsamen Jahrestagung GDMV in Paderborn

Die ISTRON-Gruppe fördert Realitätsbezüge im Mathematikunterricht. Im Rahmen der ISTRON-Sitzung werden Dominik Leiss über „Textaufgaben – wenn der Text zur Aufgabe wird! Zum Einfluss von Lese- und Schreibkompetenzen beim mathematischen Modellieren" sprechen sowie Gabriele Kaiser & Stanislaw Schukaljow das Thema „Empirische Forschungen zum Modellieren: Entwicklung, Stand der Forschung und offene Fragen“ aufgreifen.

Dominik Leiss (Lüneburg)

Textaufgaben – wenn der Text zur Aufgabe wird! Zum Einfluss von Lese- und Schreibkompetenzen beim mathematischen Modellieren

Modellieren verlangt von SchülerInnen nun auch im Mathematikunterricht mit längeren Texten in einen Diskurs zu treten. Dabei scheint dieser fachliche Diskurs in hohen Maße durch die Dualität von Sprache, also dem Zusammenspiel von kommunikativen und kognitiven Aspekten, geprägt zu sein, wobei diesbezügliche Erkenntnisse noch ein Forschungsdesiderat darstellen. Entsprechend sollen im Vortrag zwei Studien vorgestellt werden.

In der ersten qualitativ orientierten Studie wurde der Einfluss von Verständnisstrategien auf den Modellierungsprozess analysiert. Hierbei zeigte sich die besondere Bedeutung des Anfertigens von Notizen für erfolgreiche Modellierungsprozesse.

Um dies näher zu untersuchen, wurden in einer zweiten quantitativ orientierten Studie Modellierungsaufgaben mit insgesamt 1346 SchülerInnen der Jahrgangsstufen 7 und 8 getestet. Neben zahlreichen anderen Variablen wurden insbesondere die von den Schülerinnen erstellten Notizen erfasst, kodiert und bewertet. Hierbei konnten unterschiedliche Notizentypen identifiziert und bezüglich ihres Zusammenhangs mit der erfolgreichen Aufgabenbearbeitung in Beziehung gesetzt werden.

Gabriele Kaiser (Hamburg), Stanislaw Schukajlow (Münster)

Empirische Forschungen zum Modellieren: Entwicklung, Stand der Forschung und offene Fragen

Seit mehreren Jahrzehnten sind empirische Forschungen ein wichtiger Teil der Modellierungsdiskussion. Im Vortrag werden wir einen Einblick in die Entwicklung der empirischen Bildungsforschung geben, über den Stand der empirischen Forschungen referieren, die Anforderung an die empirischen Studien zum Modellieren diskutieren und mit (Best)-Practice-Beispielen veranschaulichen. Im Anschluss wird eine zusammenfassende Betrachtung der Interventionsstudien zum mathematischen Modellieren gegeben und offene Fragestellungen werden diskutiert.