Zugmodus

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Der Zugmodus ist eine grundlegende Eigenschaft von Dynamischen Geometriesystemen. Mit dessen Hilfe kann die Lage von Objekten einer geometrischen Konstruktion in Echtzeit verändert werden, unter automatischer Einbehaltung unveränderbarer Eigenschaften.

Nutzungsmodi des Zugmodus nach Ferdinando Arzarello

Ferdinando Arzarello unterscheidet 7 verschiedene Arten den Zugmodus zu nutzen.

  • Wandering Dragging:
    Dies ist das freie, rein zufällige Bewegen von sogenannten Basispunkten. Dies sind völlig frei bewegliche geometrische Punkte auf welche der Zugmodus angewandt werden kann, um die Eigenschaften eines geometrischen Objektes zu erforschen. Ohne eine direkte Lösungsidee zu einem Problem zu haben, wird der Punkt verschoben, um bereits mögliche Regelmäßigkeiten zu entdecken.
  • Bound Dragging:
    Bei dieser Art von Nutzung des Zugmodus kann die Lage eines Punkt, der bereits mit einem Objekt verknüpft ist, geändert werden. Der Punkt ist also nicht mehr vollkommen frei bewegbar, sondern nur noch auf dem Objekt, mit dem er verknüpft ist.
  • Guided Dragging:
    Dies ist das Bewegen von Basispunkten, um einer geometrischen Figur eine gewisse zu erfüllende Form zu geben.
  • Dummy Locus Dragging:
    Bei dieser Zugmodus-Nutzung werden Basispunkte so verschoben, dass die übergeordnete geometrische Figur eine zuvor entdeckte Eigenschaft behält. Dummy Locus Dragging wird also mit Sicherheit nicht beim ersten Untersuchen einer Zeichnung angewandt werden, da man zuerst grundlegende Eigenschaften derselben benötigt. Durch das Bewegen des Punktes unter Einbehaltung diverser Eigenschaften folgt dieser einer meist für den Benutzer (noch) nicht bewussten Ortslinie. Obwohl alle heutigen DGS die Möglichkeit bieten die Ortslinie anzeigen zu lassen, ist diese Option nicht eingeschaltet, da noch kein Bewusstsein beim Benutzer für die Bewegung des Punktes auf einer Ortslinie vorhanden ist.
  • Line Dragging:
    Diese Art der Zugmodus-Nutzung beruht darauf, dass ein Basispunkt derart verschoben wird, sodass die zu beobachtenden Eigenschaften dieser Figur erfüllt werden. Dies entspräche nun dem Dummy Locus Dragging. Line Dragging geht nun aber einen Schritt weiter, indem die unterschiedlichen Lagen des Basispunktes markiert werden. Damit kann bereits erkannt werden auf welcher Ortslinie sich der Punkt, zur Einhaltung der vorgegeben Eigenschaften, bewegen müsste. Die mögliche Linie kann dann explizit gezeichnet werden und verifiziert oder falsifiziert die zuvor geäußerten Vermutung des Benutzers.
  • Linked Dragging:
    Bei dieser Nutzung des Zugmodus verknüpft der Benutzer selbständig einen Punkt mit einem geometrischen Objekt, der dann auf dem Objekt frei bewegbar ist. Wenn also per Line Dragging eine mögliche Ortslinie gefunden ist, so kann diese eingezeichnet werden. Der Punkt wird dann mit der Ortslinie verknüpft und wird zu einem eingeschränkt beweglichen Punkt. Mit Linked Dragging wird dann das Bewegen dieses Punktes bezeichnet.
  • Dragging Test:
    Die Nutzungsart des Zugmodus, die typischerweise den letzten Schritt bei der Überprüfung einer Vermutung darstellt, ist der sogenannte Dragging Test. Der Benutzer zeichnet eine geometrische Figur mit den zu erfüllenden Eigenschaften. Des Weiteren werden teilweise zuvor frei bewegliche Basispunkte aufgrund der vorherigen Vermutungen zu eingeschränkt beweglichen Punkten umgewandelt. Durch das Ziehen der noch völlig freien Basispunkte, aber auch der "halbbeweglichen", an ein Objekt gebundenen Punkte, wird die Vermutung des Benutzers nun noch auf "Herz und Nieren" getestet. Besteht die Zeichnung diesen Test, dann wurden alle zu untersuchenden Bedingungen erfüllt und die Vermutung bestätigt, falls nicht, dann müssen neue Untersuchungen durchgeführt werden.

Quellennachweis